Einordnung
Politische Einordnung
Ich schreibe selbst auf, wo ich politisch stehe. So muss meine Geschichte niemand anderes für mich erzählen.
Ich war politisch aktiv. Das steht auch heute noch im Netz, und ich sehe keinen Grund, das zu verschweigen. Im Gegenteil: Es ist ehrlicher, die eigene Entwicklung offen einzuordnen. Ansichten verändern sich eben, wenn man neue Erfahrungen sammelt und wenn sich die Gegebenheiten durch nicht beinflussbare Entwicklungen verändern. Genau das ist bei mir passiert.
Alles, was hier steht, ist ausschließlich meine persönliche Meinung.
Heute
Wo ich heute stehe
Seit dem 12. Juni 2021 bin ich nicht mehr in der Partei Die Linke und heute parteilos.
Der Austritt kam nicht von heut auf morgen. Ich hatte immer stärker das Gefühl, dass sich die Partei von den Themen wegbewegt, die mir wichtig sind. Arbeit, Wirtschaft, bezahlbares Leben und innere Sicherheit gerieten aus meiner Sicht ins Hintertreffen. Andere gesellschaftliche Debatten nahmen plötzlich viel zu viel Raum ein.
Das ist meine persönliche Sicht. Viele alte Weggefährten sehen das anders, und das respektiere ich natürlich.
Wirtschaftspolitisch ordne ich mich heute sehr pragmatisch ein. Eine starke Wirtschaft, soziale Sicherheit und ein funktionierender Staat sind mir gleichermaßen wichtig. Aktuell gibt es aber keine Partei, die mich mit ihrem Programm komplett überzeugt. Deshalb bleibe ich bewusst parteilos.
Politik muss für mich konkrete Probleme lösen und nicht nur Ideologien bedienen. Daran messe ich politische Entscheidungen bis heute.
Positionen
Meine Kernpositionen
Wirtschaft: Handel statt Sanktionen
Eine starke Wirtschaft ist die Basis für unseren Wohlstand. Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, finanzieren das Gemeinwesen und sichern so die soziale Stabilität.
Deshalb mag ich wirtschaftliche Lösungen, die auf langfristiges Wachstum setzen und nicht sofort neue Belastungen erzeugen. Wir müssen immer schauen, was eine Entscheidung für die Beschäftigten und den Alltag bedeutet.
Frieden: Die Waffen müssen schweigen
Im Krieg zwischen Russland und der Ukraine wünsche ich mir vor allem eines: dass die Waffen schweigen. Dafür braucht es aus meiner Sicht belastbare Sicherheitsgarantien für beide Seiten — eine Lösung, die nur eine Seite absichert, hält nicht.
Einen EU-Beitritt der Ukraine halte ich nicht für den richtigen Weg. Meine Gründe: die unmittelbare Grenze zu Russland, der Zustand von Infrastruktur und Verwaltung, verbreitete Korruption und die schwach ausgebauten sozialen Systeme.

Im Laden — da entscheidet sich, ob Politik im Alltag ankommt.
Soziales: Absichern, aber auch fordern
Wer nicht arbeiten kann, muss verlässlich abgesichert sein. Daran gibt es für mich nichts zu rütteln.
Wer arbeiten könnte und dauerhaft nicht will, sollte dagegen deutlicher in die Pflicht genommen werden — bis hin zu spürbaren Konsequenzen. Es gibt Arbeit, die fast jeder machen kann. Und weil die Mittel begrenzt sind, sollten aus meiner Sicht zuerst die Menschen im Blick sein, die hier leben und einzahlen.
Migration: Steuerung und Konsequenz
Die Migrationspolitik der vergangenen Jahre ist aus meiner Sicht gescheitert. Mich beunruhigen die Gewalttaten, über die regelmäßig berichtet wird, und ich erlebe im Alltag, dass dieses Thema viele Menschen umtreibt. Mir ist bewusst, dass Kriminalität nicht die Regel ist und die große Mehrheit sich nichts zuschulden kommen lässt, aber ich halte es für falsch, die Fälle kleinzureden, die es gibt.
Was ich für richtig halte: wirksame Steuerung und Kontrolle an den Grenzen. Konsequente Rückführung bei abgelehnten Anträgen und bei schweren Straftaten. Und die klare Erwartung, dass hier deutsches Recht gilt! Für alle, ohne Ausnahme. Wer sich einbringt, die Sprache lernt und arbeitet, ist mir willkommen. Ich weiß aus meiner eigenen Familie, dass das geht.
Klima: wirksam, aber ehrlich gerechnet
Klima- und Umweltschutz sind notwendig. Aber erfolgreiche Klimapolitik klappt nur, wenn sie technologisch offen, wirtschaftlich machbar und verständlich bleibt.
Wir müssen neue Technologien über den gesamten Lebenszyklus betrachten. Mir geht es nicht um Symbolpolitik, sondern um echte Wirkung.
Mehr dazu unter Werte & Engagement.
Wohnen: bezahlbar heißt gebaut
Das Thema hat mich schon als Kandidat beschäftigt und beschäftigt mich weiter. Baden-Württemberg zählt zu den teuersten Wohnregionen des Landes, und der Bestand an Sozialwohnungen ist über Jahre gesunken. Wer mit einem normalen Einkommen keine Wohnung mehr findet, für die er nicht ein Drittel seines Geldes hinlegt, hat ein Problem, das keine Debatte wegdiskutiert.
Bezahlbarer Wohnraum ist eine der größten Aufgaben für die nächsten Jahre. Langfristig hilft vor allem eins: mehr bauen, um den Druck vom Markt zu nehmen. Dazu brauchen wir Rahmenbedingungen, die Investitionen erleichtern und das Bauen wieder simpler machen.

Ich schreibe hier in eigenem Namen — nicht für eine Partei.
Mein Weg
Woher diese Entwicklung kommt
Ich war Mitglied bei den Linken, verpasste knapp den Einzug in den Würzburger Kreistag, war jugendpolitischer Sprecher im Kreisverband Böblingen und Landtagskandidat im Wahlkreis Freudenstadt zur Landtagswahl 2021.
Das gehört zu meiner Biografie. Ich will das weder verstecken noch im Nachhinein umschreiben.
Die folgenden Zitate stammen aus dieser Zeit und sind öffentlich geteilt worden. Manches sehe ich heute anders — anderes gilt für mich unverändert.
„Schluss mit Waffenlieferungen an die Ukraine — eine friedliche und diplomatische Lösung muss gefunden werden! Waffen und Sanktionen sind keine Politik, sondern ein Ersatz dafür.“
„Auch die Amis sollten aufhören, ihre militärische Hände tanzen zu lassen. Es muss verbindliche Abmachungen von allen Seiten geben.“
„Solange eine Partei mehr mit internen Machtkämpfen und Gendersternchen beschäftigt ist, als sich um die wirklichen Probleme der Leute zu kümmern, wird sich auch kein Plus ergeben.“
„Immer mehr Menschen verlieren die Hoffnung auf eine Politik, die sich ihren Interessen beugt.“

Die Sätze sind alt. Die Haltung dahinter hat sich verschoben.
„Jede einzelne Pflegekraft leistet mehr für das Allgemeinwohl als alle Investmentbanker zusammengenommen. Wer erzählt, wir hätten einen Fachkräftemangel, hat das Problem nicht verstanden.“
Einiges davon sehe ich heute noch genauso, anderes würde ich mittlerweile anders bewerten. Das ist für mich kein Widerspruch, sondern ganz normale persönliche Weiterentwicklung.
Geblieben ist die Überzeugung, dass Politik den Alltag der Menschen verbessern muss und nicht den internen Betrieb.
Außerdem bin ich heute mehr denn je überzeugt, dass Wirtschaftskraft und soziale Sicherheit keine Gegner sind. Nur eine laufende Wirtschaft kann soziale Verantwortung auf Dauer tragen.
Herkunft
Warum ich vorsichtig urteile
Meine Familie verbindet zwei Länder. Oma und Mutter kommen aus dem Ural, mein Vater aus Artemowsk in der Ukraine – und ich bin dort auch geboren.
Durch diesen Hintergrund kenne ich verschiedene Sichtweise auf dieselben Ereignisse. Das macht mich nicht automatisch schlauer. Aber ich habe gelernt, Infos genau zu prüfen und einfache Erklärungen zu hinterfragen.
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis meines Weges: Schnelle Antworten interessieren mich längst nicht mehr. Ich will tragfähige Lösungen.
Ich diskutiere super gerne, höre mir andere Meinungen an und lasse mich von guten Argumenten überzeugen. Wenn du das anders siehst, lass uns einfach sachlich quatschen. Verständnis entsteht im Gespräch, nicht durch reißerische Schlagzeilen.